„Geisterjagd“ von Megableu

Mal ganz unter uns: das Spiel Geisterjagd des Herstellers Megableu ist alles andere als pädagogisch wertvoll und weitestgehend sinnfrei. Als mein Sohn das Spiel in einem Katalog entdeckte und prompt auf seinen Wunschzettel schrieb, Geisterjagd (1)kam mir als verantwortungsbewusster Mama schon beim Betrachten der Verpackung das kalte Grausen. Und obwohl ich mich standhaft weigerte, unser Haus mit Gespenstern zu bevölkern, fand das Spiel auf anderem Wege in unser Spielzimmer – Oma sei dank! Und was soll ich sagen: diese Mischung aus Gesellschaftsspiel und Spielekonsole ist der Hit bei meinen Kindern und ihren Freunden. Selbst ich mache mich ab und zu auf Gespensterjagd.

 Ein Mix aus Gesellschaftsspiel und Spielekonsole

Das Spiel besteht aus einem niedlichen Gerippe namens „Johnny Skeletti“ und einer Pistole. Die Spielhandlung ist schnell erzählt. Man stellt Johnny Skeletti in die Mitte eines möglichst dunklen Raums und synchronisiert ihn mit der Pistole. Hierzu muss man einfach einige Sekunden auf Johnnys Auge zielen bis es piept. Dann beginnt die gruselige Geisterjagd.

Das Skelett bewegt seinen Kopf in alle Richtungen und projiziert kleine weiße Lichtgeister an die Wand. Diese gilt es mit der Laserkanone zu erwischen. Ein Zähler an der Pistole zeigt die Anzahl der bereits getroffenen Gespenster an. Trifft man einen der Geister, ertönt ein schauerliches Lachen. Nach ein paar Schüssen muss jeweils nachgeladen werden. Vergisst man dies, und lädt erst nach, wenn der nächste Geist zu sehen ist, entwischt er. Ist die Runde vorbei, kann man nachlesen, wie viele Geister man eliminiert hat, und der nächste Spieler darf sein Glück versuchen. Vor dem Spiel kann man zwischen drei Schwierigkeitsstufen, sprich: Geschwindigkeiten, wählen.

  Wer ist der schnellste Geisterjäger?

Wie bereits erwähnt macht das Spiel wider Erwarten tatsächlich Spaß. Sogar meine Vierjährigen fürchten sich nicht, sondern spielen mit – wenn sie denn dürfen – oder kugeln in gespieltem Grusel kreischend im dunklen Zimmer herum. Die meisten 7- und 8jährigen, die wir so zu Besuch haben, finden das Spiel absolut klasse, ein paar fürchten sich allerdings davor. Und ich muss zugeben, in Verbindung mit unserer begehbaren Spielritterburg aus Holz mit Zugbrücke und Geheimgang trägt Johnny Skeletti durchaus auch zu einem umfassenden Rollenspiel bei. Wer hat schließlich schon ein Geisterschloss im Kinderzimmer stehen?

Geisterjagd (28)

  Schade: Mit einer zweiten Pistole gäbe es noch mehr Spaß !

Geisterjagd (12)Die Verarbeitung der beiden Spielkomponenten ist ganz gut, dem Skelett fallen hin und wieder die Füße ab, aber irgendwie ist das ja nur realistisch…

Nichtsdestotrotz möchte ich zwei Kritikpunkte anbringen. Zum Einen die Verpackung: Als ich noch Kind war, kamen Spiele meist in einem stabilen Karton, bestehend aus zwei halben Kartons, die man ineinandersteckte. Heute sind Spiele oft in dünnen Pappschachteln, die sich an einer Seite öffnen lassen und viel schneller kaputtgehen, so auch dieses. Dies ist allerdings keine spezifische Kritik an diesem Spiel, das ärgert mich nur allgemein.

Außerdem hätte der Hersteller für den nicht ganz billigen Preis durchaus zwei Laserpistolen beilegen können. Im direkten Wettbewerb macht das Spiel nämlich noch viel mehr Spaß. So aber muss man die zweite Pistole nachkaufen, und sie kostet nochmal mehr als die Hälfte des Spiels.

Fazit: Geisterjagd ist ein wirklich lustig-gruseliges Spielzeug für Wettbewerb oder Rollenspiel, mit dem sich beispielsweise tolle Kinderzimmer-Geisterbahnen bauen lassen. Ein Riesenspaß für die Kids.

+ Schafft optisch und akustisch eine wirklich gruselige Atmosphäre.
+ gut verarbeitet, funktioniert nach Plan
+ Beschäftigt schreckresistente Kinder ab 4 Jahren stundenlang.
– Es sind keine Batterien dabei.
– Eine zweite Pistole muss man extra nachkaufen.
– Der Umkarton ist nicht besonders stabil.

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Iris

Iris

Meine Kinder haben Sachen, die finde ich super, weil sie pädagogisch wertvoll sind. Sie haben Sachen, die finde ich gut, weil die Kinder damit Spaß haben und eine Zeitlang beschäftigt sind. Sie haben Sachen, die würde ich gerne auf den Mond schießen, weil sie keinen erkennbaren Lerneffekt haben, hässlich aussehen und ständig auf dem Boden rumliegen. Und sie haben Sachen, die finde ich so niedlich, dass ich sie unbedingt für meine Enkelkinder aufheben möchte. Zusammen mit meinen Kindern Leopold (7 Jahre) und den Zwillingen Jonathan und Luzia (5 Jahre) teste ich viele Stunden täglich Spielzeuge aller Art im Eigen- und Feldversuch. Ich würde mich freuen, wenn meine Testberichte Euch den einen oder anderen Fehlkauf ersparen oder Euch zu lohnenden Spielzeugkäufen inspirieren. Meine Favoriten sind Bewegungs- und Motorikspielzeuge, mit denen sich meine Rasselbande so richtig austoben kann, um dann möglichst noch vor der Gutenachtgeschichte friedlich einzuschlummern. Ich heiße Iris, bin 37 Jahre alt und arbeite als Übersetzerin für Englisch und Französisch. Wenn die Kinder aus dem Gröbsten raus sind – und ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass dieser Moment irgendwann kommen wird – will ich richtig cool LindyHop tanzen lernen, endlich wieder tauchen gehen und die Steuerunterlagen sinnvoll sortieren.

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