Geomag – räumlich denken lernen mit Magneten

Ob Raumschiff, Rennauto oder Roboter – in ihren selbstgezeichneten oder –gebauten Fantasiegebilden sehen meine Kinder oft viel mehr, als ich darin erkennen kann. Meist freue ich mich dann über ihre lebhafte Vorstellungskraft, manchmal kann ich die Begeisterung für die – mitunter künstlerisch wenig ansprechenden – Bau- und Malwerke nicht teilen. Bei Geomag jedoch bin ich immer vom Ergebnis begeistert – ob ich das UFO nun erkennen kann oder nicht.

Atomium im Kinderzimmer

Kennt Ihr das Atomium in Brüssel? Zerlegt es gedanklich in einzelne Teile und schon habt Ihr eine relativ genaue Vorstellung davon, was in einer Schachtel Geomag drin ist.

geomag collage 1

Es gibt sie in verschiedenen Farben und manche leuchten im Dunkeln, aber letzten Endes besteht Geomag aus Metallkugeln, etwa 5 cm-langen Stäbchen, die an beiden Enden magnetisch sind und den sogenannten „Panels“, also dreieckigen, quadratischen und sechseckigen Plättchen. Klingt simpel, ist es auch. Und trotzdem, oder gerade deswegen, bauen meine Kinder damit begeistert die wildesten Gebilde.

System: genial, Teile: stabil, Aufbewahrung: enttäuschend

Die einzelnen Bestandteile sind stabil und – bis auf die Panels – unkaputtbar. Letztere gehen kaputt, wenn man drauftritt. Als für die Aufbewahrung völlig unbrauchbar erweist sich die Verpackung: die Schachtel ist leider nicht so konzipiert, dass man sie heil aufbekommt, mit der Styroporbox im Inneren muss man wirklich ganz diszipliniert umgehen, damit die Kugeln nicht in alle Richtungen davonkullern. Dies beeinträchtigt natürlich in keinster Weise die Genialität und Funktionalität des Spielzeugs an sich – wir haben nun einfach einen Schuhkarton zur Geomag-Schachtel umfunktioniert.

geomag collage 2

Achtung: flüchtige Einzelteile

Was mir außerdem als wirklich negativ aufgefallen ist: die Einzelteile – allen voran die Metallkugeln, gefolgt von den Stäbchen – scheinen ein geheimes Eigenleben zu führen. Sie neigen nämlich dazu, zu verschwinden, und zwar spurlos. Hin und wieder taucht beim Staubsaugen das eine oder andere Teilchen wieder auf, insgesamt scheint unser Bestand an Geomag-Teilen jedoch kontinuierlich zu schrumpfen. Das ist natürlich schade, denn: umso weniger Teile zur Verfügung stehen, umso einfacher fallen die damit zu erstellenden Bauwerke aus. Und damit komme ich zum dritten und letzten Kritikpunkt: mit einer Packung von beispielsweise 68 Teilen lässt sich noch nicht besonders viel anfangen. Wir haben nun mittlerweile drei Packungen, da fängt der Spaß erst richtig an.

Viele original Geomag-Teile = maximaler Spielspaß

Wir haben übrigens, kurz nachdem wir Geomag für uns entdeckt hatten, im Magnetfieber ein Geomag-ähnliches Magnetbauset auf dem Flohmarkt gekauft. Der Unterschied, die Stäbchen sind dünner, kürzer und Achtung: man schraubt sie an den Kugeln, die kleine Löcher haben, fest. Was soll ich sagen? Dieses Set schaut keins meiner Kinder auch nur von Weitem an. Mein Tipp: investiert für einen lohnenden Spielspaß lieber etwas mehr und kauft die originalen Geomag-Teile.

+ geniales Magnetbausystem
+ fesselt Baumeister von 4 bis 99
+ beeindruckende Bauwerke
– Teile gehen schnell verloren
– Verpackung eignet sich nicht zur Aufbewahrung
– eine Packung reicht zum richtigen Bauen kaum aus

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Iris

Iris

Meine Kinder haben Sachen, die finde ich super, weil sie pädagogisch wertvoll sind. Sie haben Sachen, die finde ich gut, weil die Kinder damit Spaß haben und eine Zeitlang beschäftigt sind. Sie haben Sachen, die würde ich gerne auf den Mond schießen, weil sie keinen erkennbaren Lerneffekt haben, hässlich aussehen und ständig auf dem Boden rumliegen. Und sie haben Sachen, die finde ich so niedlich, dass ich sie unbedingt für meine Enkelkinder aufheben möchte. Zusammen mit meinen Kindern Leopold (7 Jahre) und den Zwillingen Jonathan und Luzia (5 Jahre) teste ich viele Stunden täglich Spielzeuge aller Art im Eigen- und Feldversuch. Ich würde mich freuen, wenn meine Testberichte Euch den einen oder anderen Fehlkauf ersparen oder Euch zu lohnenden Spielzeugkäufen inspirieren. Meine Favoriten sind Bewegungs- und Motorikspielzeuge, mit denen sich meine Rasselbande so richtig austoben kann, um dann möglichst noch vor der Gutenachtgeschichte friedlich einzuschlummern. Ich heiße Iris, bin 37 Jahre alt und arbeite als Übersetzerin für Englisch und Französisch. Wenn die Kinder aus dem Gröbsten raus sind – und ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass dieser Moment irgendwann kommen wird – will ich richtig cool LindyHop tanzen lernen, endlich wieder tauchen gehen und die Steuerunterlagen sinnvoll sortieren.

3 KommentareHinterlasse einen Kommentar

  • Nettes Spielzeug. Aber Magneten sind bei kleinen Kinder ja nicht ganz ungefährlich. Sollten diese verschluckt werden, ist umgehend ein Arzt auf zu suchen. Das wurde hier leider nicht erwähnt.

    • Lieber Michael,

      das ist ein guter Hinweis.
      Geomag wird ab 3 Jahren empfohlen wird. Ein Alter in dem die meisten Kinder nicht mehr alles in den Mund nehmen.
      Bei kleinen Baumeistern ist es aber sicher gut, die Augen offen zu halten.

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