Chronobomb – Hier ist Gelenkigkeit gefragt

Kennt Ihr diese Szenen aus Hollywoodfilmen, in denen sich gewiefte Meisterdiebe oder smarte Geheimagenten durch mit Laserstrahlen gesicherte Räume bewegen müssen? Kommen sie einem der Laserstrahlen in die Quere, geht die Alarmanlage los und sie werden von der Polizei geschnappt. Was in diesen Filmen immer ganz easy und locker wirkt, ist in Wirklichkeit ganz schön schwierig. Davon können sich die Mitspieler von Chronobomb – dem 2014-Topseller unter den Spielen in Frankreich – selbst überzeugen.

„Twister“ einmal anders

Das Prinzip ist einfach zu verstehen und schnell erklärt: an verschiedenen Einrichtungsgegenständen, also beispielsweise Tischen, Stühlen, Regalen, Bettpfosten oder Treppengeländern, werden Klammern befestigt, zwischen denen Schnüre verlaufen. Am einen Ende der Schnur befindet sich die Zeitbombe.

Die Mitspieler müssen sich nun durch den Raum arbeiten, ohne die Laserstrahlen-Schnüre zu berühren und dabei verschiedene Spielkarten vom Boden aufsammeln. Je nach Modus muss die Zeitbombe am Ende des Parcours entweder mit möglichst wenigen Laserstrahlkontakten oder innerhalb einer gewissen Zeitspanne entschärft werden. Gelenkigkeit ist dabei das A und O – aber wer „Twister“ oder das Partyspiel „Gordischer Knoten“ kennt und schon erfolgreich gespielt hat, dürfte auch bei „Chronobomb“ keine Schwierigkeiten bekommen.Chronobomb (5) (Groß)

App macht das Spiel noch rasanter

Das Spiel bietet eine spannende Erweiterungsmöglichkeit: statt einer der einzusammelnden Spielkarten kann ein Tablet oder ein Smartphone auf den Boden gelegt werden. Hier gilt es dann, ein kleines Online-Spiel zu lösen, bevor man sich weiter seinen Weg durch die Laserstrahlen bahnen darf.

Verschiedene Spielmodi

Es gibt verschiedene Spielmodi: Im ersten Modus geht es nicht um Zeit. Hier muss lediglich darauf geachtet werden, den Parcours zu durchqueren, ohne die Laserstrahlen zu berühren. Dies ist der Trainingsmodus. Wählt man diesen Modus, lässt sich die Zeitbombe übrigens prima als Alarmanlage fürs Kinderzimmer zweckentfremden. Bei Berührung eines Laserstrahls gibt die Bombe nämlich einen Piepton von sich. Im zweiten Modus muss der Parcours inklusive Sonderaufgaben innerhalb von einer bis zehn Minuten geschafft werden. Der Hektik nicht genug, werden bei jeder Laserstrahlenberührung auch noch 20 bis 60 Sekunden der verbleibenden Zeit abgezogen.

Konzept: spannend und abwechslungsreich! Ausführung: enttäuschend!

Chronobomb (12)Das Konzept des Spiels ist spannend und lustig. Die Spielregeln sind nicht zu einfach und nicht zu schwierig, das Spiel selbst durch die immer wieder unterschiedlichen Parcours sehr abwechslungsreich. Auch Kinder, die nicht so gerne eine ganze Brettspiellänge lang am Tisch sitzen wollen, sind bei diesem Spiel mit Feuereifer dabei. Was mich an diesem Spiel nicht so ganz überzeugt, ist die Ausführung und Qualität seiner Bestandteile. Es fängt damit an, dass die Teile, hat man sie einmal aus den Plastiktüten geholt, lose in dem nicht besonders stabilen Karton herumfliegen. Die Karten können so durch die Schlitze rutschen und verlorengehen. Die Plastikklammern, mit denen die Schnur befestigt wird, und die Bombe selbst machen keinen besonders hochwertigen Eindruck. Außerdem ist es gar nicht so einfach, einen anspruchsvollen Parcours aufzubauen, da die Schnurlänge etwas knapp bemessen ist.

Fazit

Das Spiel basiert auf einer wirklich witzigen Idee. Schade, dass der Hersteller sich nicht für eine etwas hochwertigere Ausführung entschieden hat.

+ spannendes Spielkonzept
+ verschiedene Spielmodi
+ Erweiterungsmöglichkeit mit Tablet oder Smartphone
– Verpackung enttäuschend und unpraktisch
– Ausführung ist nicht hochwertig genug
– Zu kurze Schnur ermöglicht nur relativ einfache Parcours

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Iris

Iris

Meine Kinder haben Sachen, die finde ich super, weil sie pädagogisch wertvoll sind. Sie haben Sachen, die finde ich gut, weil die Kinder damit Spaß haben und eine Zeitlang beschäftigt sind. Sie haben Sachen, die würde ich gerne auf den Mond schießen, weil sie keinen erkennbaren Lerneffekt haben, hässlich aussehen und ständig auf dem Boden rumliegen. Und sie haben Sachen, die finde ich so niedlich, dass ich sie unbedingt für meine Enkelkinder aufheben möchte. Zusammen mit meinen Kindern Leopold (7 Jahre) und den Zwillingen Jonathan und Luzia (5 Jahre) teste ich viele Stunden täglich Spielzeuge aller Art im Eigen- und Feldversuch. Ich würde mich freuen, wenn meine Testberichte Euch den einen oder anderen Fehlkauf ersparen oder Euch zu lohnenden Spielzeugkäufen inspirieren. Meine Favoriten sind Bewegungs- und Motorikspielzeuge, mit denen sich meine Rasselbande so richtig austoben kann, um dann möglichst noch vor der Gutenachtgeschichte friedlich einzuschlummern. Ich heiße Iris, bin 37 Jahre alt und arbeite als Übersetzerin für Englisch und Französisch. Wenn die Kinder aus dem Gröbsten raus sind – und ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass dieser Moment irgendwann kommen wird – will ich richtig cool LindyHop tanzen lernen, endlich wieder tauchen gehen und die Steuerunterlagen sinnvoll sortieren.

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